Beamtenversorgung - Häufig gestellte Fragen

Die nachstehenden Fragen und Antworten können Ihnen nur Anhaltspunkte geben und dienen der allgemeinen und unverbindlichen Information. Die VAK muss über jeden Einzelfall gesondert entscheiden. Sollten Sie Einzelfragen zu bestimmten versorgungsrechtlichen Themen haben, wenden Sie sich daher bitte direkt an uns, damit wir Ihnen hierzu konkrete Auskünfte erteilen können.

Wer hat Anspruch auf Zahlung eines Ruhegehalts von der VAK?

Bei Vorliegen der beamtenrechtlichen Voraussetzungen haben die versorgungsberechtigten Beschäftigten der Mitglieder und Auftraggeber der VAK (z.B. Beamtinnen und Beamte auf Lebenszeit/auf Zeit/auf Probe, DO-Angestellte) mit dem Beginn des Ruhestands (Eintritt kraft Gesetzes oder Zurruhesetzung) einen Zahlungsanspruch.

Was muss ich veranlassen, um die Pensionszahlung rechtzeitig zu erhalten?

Über den Eintritt bzw. die Versetzung in den Ruhestand entscheidet der Dienstherr. Er wird Ihnen den Zeitpunkt Ihrer Zurruhesetzung mitteilen und Kontakt mit der VAK aufnehmen. Nach Erhebung aller notwendigen Unterlagen erhalten Sie von der VAK einen Ruhegehaltsbescheid über die Höhe Ihrer Bruttoversorgung.

Daneben erhalten Sie eine „Abrechnung Versorgung“, in der auch die Abzüge und der Netto-Zahlbetrag dargestellt sind. Danach erhalten Sie nur bei Änderungen der Versorgung wieder eine „Abrechnung“. Sollte die Festsetzung der Versorgungsbezüge ausnahmsweise nicht rechtzeitig erfolgen können, wird unaufgefordert eine Abschlagszahlung geleistet, die mit der später beginnenden Zahlung verrechnet wird.

Wie hoch ist das Ruhegehalt?

Das Ruhegehalt beträgt mindestens 35 % und höchstens 71,75 % der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge; ggf. ist eine Mindestversorgung zu zahlen.

Bei vorzeitiger Versetzung in den Ruhestand wird das Ruhegehalt um einen Versorgungsabschlag von maximal 14,4 % gemindert (s. Hinweisblatt „Beamtenversorgung“). Zum Ruhegehalt werden gezahlt

  • ggf. Kinder- und Pflegezuschläge (s. Hinweisblatt „Kindererziehungszeiten“)
  • für minderjährige oder in Ausbildung stehende Kinder kindbezogener Familienzuschlag sowie das gesetzliche Kindergeld.

Wie berechnet sich das Ruhegehalt?

Das Ruhegehalt errechnet sich aus den ruhegehaltfähigen Dienstbezügen multipliziert mit dem Ruhegehaltssatz.

Ruhegehaltfähige Dienstbezüge sind

  • das Grundgehalt nach der Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe, in der sich die Beamtin oder   der Beamte zuletzt befunden hat; die Dienstbezüge aus einem Beförderungsamt sind in der  Regel nur versorgungswirksam, wenn sie mindestens zwei Jahre bezogen wurden,
  • ggf. der Familienzuschlag der Stufe 1,
  • sonstige Dienstbezüge, die nach dem Besoldungsrecht ruhegehaltfähig sind (Zulagen).

Ruhegehaltfähige Dienstzeiten sind Zeiten

  • im Beamtenverhältnis,
  • eines Wehr- oder Zivildienstes,
  • einer dem zur Versorgung führenden Beamtenverhältnis vorangegangenen förderlichen Beschäftigung als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst,
  • einer für die Laufbahn vorgeschriebenen Ausbildung oder bei Wahlbeamtinnen und Wahlbeamten auf Zeit Zeiten einer für das Wahlamt förderlichen Ausbildung oder Tätigkeit bis zu vier Jahren.

Achtung: Die Zeit einer Fachschulausbildung einschließlich der Prüfungszeit kann bis zu 1.095 Tagen und die Zeit einer Hochschulausbildung einschließlich der Prüfungszeit bis zu 855 Tagen, insgesamt höchstens bis zu 1.095 Tagen berücksichtigt werden.

Vor dem 03.10.1990 in den neuen Bundesländern verbrachte Zeiten sind nicht ruhegehaltfähig, wenn die allgemeine Wartezeit für die gesetzliche Rentenversicherung (fünf Jahre) erfüllt ist.

Wie berechnet sich der Ruhegehaltssatz?

Der Ruhegehaltssatz errechnet sich aus der ruhegehaltfähigen Dienstzeit multipliziert mit 1,79375 %. Bei Wahlbeamtinnen und Wahlbeamten auf Zeit ist noch eine besondere Ruhegehaltsskala zu beachten.

Hat die Elternzeit (früher: Erziehungsurlaub) Auswirkungen auf die Beamtenversorgung?

Bei einem bis zum 31.12.1991 geborenen Kind ist die Elternzeit bzw. die Zeit einer Kindererziehung während einer sog. Freistellung ( Beurlaubung / Teilzeitbeschäftigung ) bis zu dem Tag ruhegehaltfähig, an dem das Kind den sechsten Lebensmonat vollendet. Für nach dem 31.12.1991 geborene Kinder wird ggf. zum Ruhegehalt ein Kindererziehungszuschlag etc. gezahlt ( s. Hinweisblätter „Kindererziehungszeiten“ und „Auswirkungen von Freistellungen auf die Beamtenversorgung“ ).

Unter welchen Umständen muss ich bei meiner Versetzung in den Ruhestand Versorgungsabschläge in Kauf nehmen?

Bei einer Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit, die nicht auf einen Dienstunfall beruht, sowie wegen anerkannter Schwerbehinderung ab dem vollendeten 60. Lebensjahr vermindert sich das Ruhegehalt um 3,6 v. H. für jedes Jahr, um das die Beamtin / der Beamte vor dem vollendeten 65. Lebensjahr in den Ruhestand versetzt wird. Die Minderung des Ruhegehaltes darf jedoch 10,8 v.H. nicht übersteigen.

Weiterhin wird ein Versorgungsabschlag von bis zu max. 14,4 v.H. berechnet, wenn die Beamtin / der Beamte ab dem vollendeten 63. Lebensjahr ohne Nachweis der Dienstunfähigkeit auf ihren / seinen Antrag vorzeitig in den Ruhestand versetzt wird ( s. Hinweisblätter „Versorgungsabschlag“).

Wie hoch ist das Witwen-/Waisengeld?

Das Witwengeld beträgt 55 % des Ruhegehalts, wenn die Ehe nach dem 31.12.2001 geschlossen wurde. Es beträgt 60 % des Ruhegehalts, wenn die Ehe vor dem 01.01.2002 geschlossen wurde und einer der Ehegatten vor dem 02.01.1962 geboren ist. Halbwaisen erhalten 12 %, Vollwaisen 20 % und Unfallwaisen 30 % des Ruhegehalts.

Wird Sterbegeld gewährt?

Das Beamtenversorgungsgesetz sieht die Gewährung eines Sterbegeldes vor. Wegen der Einzelheiten s. Hinweisblatt „Sterbegeldgewährung“.

Ich beziehe Versorgungsbezüge und möchte eine Tätigkeit aufnehmen. Wie wirkt sich das erzielte Einkommen auf die Versorgungsbezüge aus?

Erwerbseinkommen kann zu einer Kürzung der Versorgungsbezüge führen und muss deshalb der VAK angezeigt werden. Wegen der Einzelheiten s. Hinweisblatt „Einkommensanrechnung bei Versorgungsberechtigten mit Erwerbs- und Erwerbsersatzeinkommen“.

Führt der Bezug einer Rente zu einer Kürzung der Versorgungsbezüge?

Wenn Sie einen Rentenanspruch haben, werden Ihre Versorgungsbezüge nur bis zu einer bestimmten Höchstgrenze gezahlt. Wegen der Einzelheiten s. Hinweisblatt „Rentenanrechnung und Zusammentreffen mehrerer Versorgungsbezüge“.

Meine Ehefrau hat einen eigenen Rentenanspruch. Ich beziehe ein Ruhegehalt. Führt im Falle meines Todes die Rente meiner Ehefrau zu einer Kürzung des Witwengeldes?

Nein. Näheres zur Berücksichtigung von Renten s. Hinweisblatt „Rentenanrechnung“.

Was muss ich zum Thema "Kindergeld" beachten?

Einen guten Überblick über diese Materie bietet Ihnen das Merkblatt zum Kindergeld des Bundeszentralamtes für Steuern, in dem die häufigsten Fragen zum Kindergeld beantwortet werden.

Erhalte ich zu meinen Versorgungsbezügen auch vermögenswirksame Leistungen?

Nein, da Versorgungsberechtigte keine Arbeitnehmer im Sinne des Vermögensbildungsgesetzes sind.

Versorgungsausgleichskasse der Kommunalverbände in Schleswig-Holstein
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